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Peru

Peru

Der spanische Name Peru leitet sich aus dem Quechua Begriff Piruw ab, der laut gängigen Theorien auf das Wort Pelu (Wasser) zurückführen soll. Das Land verfügt über die älteste auf dem amerikanischen Kontinent bekannte stadtähnliche Siedlung Caral, die auf eine fast 5000jährige Geschichte zurückblicken kann. Zivilisation also schon lange vor den berühmten Inkas, die vermutlich viele irrtümlicherweise als die Begründer selbiger halten würden. Diese traten erst über 3000 Jahre später in Erscheinung und konnten bereits vom Erfahrungsschatz vieler vorgängiger Kulturen profitieren. Ihr Erbe fasziniert bis heute und lockt jährlich fast 4,5 Millionen Besucher ins Land. Die Zahl hat sich seit 2004 verdreifacht und zeigt weiterhin steigende Tendenzen. 1532 eroberten spanische Truppen das Land und machten es ab 1542 zur spanischen Kolonie. Wie in den meisten südamerikanischen Ländern führte die grosse Unzufriedenheit über die spanische Herrschaft zu Aufständen. Die Befreiung durch die Truppen von José de San Martin brachte 1821 die Unabhängigkeit von Spanien. Eines der wichtigsten Kulturgüter heute ist die peruanische Gastronomie. Eine Verschmelzung aus spanischer, indianischen und asiatischen Elementen von grösster Vielfalt. Die peruanische Küche verführt derzeit die Welt und entpuppt sich als willkommener Motor für die Steigerung der Exportvolumen.

Weinbau in Peru

Vielen dürfte gänzlich unbekannt und überraschend sein, dass Peru das erste und lange Zeit dominierende Weinland auf dem amerikanischen Kontinent war. 1547 pflanzte Don Francisco die ersten Reben in Ica und das in der Überzeugung, dass es in den damals eroberten Gebieten nirgends bessere Konditionen für den Weinbau geben würde. Es soll zwar bereits früher auf dem Gebiet des heutigen Mexiko und Kolumbien versuche im Weinbau gegeben haben, diese sollten aber von weniger Erfolg gekrönt gewesen sein. Über 200 Jahre florierte das Weingeschäft und der Handel entlang der Pazifik Küste der Export nach Spanien wurde dominiert von peruanischen Erzeugern. Die Fülle der aus Peru importierten Weine sorgte in Spanien bereits Ende des 16. Jahrhunderts für eine Revolte der heimischen Winzer. Die Reblaus und Invasion der chilenischen Streitkräfte während des Salpeter Krieges (auch pazifischer Krieg genannt), sollten Peru um Jahrzehnte zurückwerfen. Der Weinbau erlebt im Kleinen seit 2-3 Jahrzehnten ein veritables Revival. Es überrascht, dass auf weniger als 15 Grad Entfernung zum Äquator solch vorzügliche Bedingungen für frische und strukturierte Weine vorzufinden sind. Die Lage am Fusse der Anden und die Nähe zu Pazifik sorgen für grosse Temperaturunterschiede vom Tageshöchst- zum Tiefstwert. Ideal, Trauben optimal zu reifen und den notwendigen Säuremantel zu erhalten. Der pazifische Feuergürtel mit seinem vulkanischen Gestein sorgt für eine besonders fruchtbare Basis.